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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1926 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.

Die beiden Fußnoten wurden direkt an das Ende des jeweiligen Absatzes angefügt. In der für dieses Buch verwendeten Frakturschrift sind die Großbuchstaben ‚I‘ und ‚J‘ identisch, demnach werden im Sachregister werden die entsprechenden Begriffe gemeinsam aufgeführt. Für die vorliegende Ausgabe wurden die betreffenden Einträge jedoch gesondert angegeben.

Der Übersichtlichkeit halber wurde die ganzseitige Anmerkung über die ‚Kosmos, Gesellschaft für Naturfreunde‘ den restlichen Ausführungen der ‚Kosmos‘-Gesellschaft am Ende des Buches vorangestellt.

Besondere Schriftvarianten werden im vorliegenden Text mit Hilfe der folgenden Symbole gekennzeichnet:

unterstrichen: _Unterstriche_ fett: =Gleichheitszeichen= gesperrt: +Pluszeichen+ Antiqua: ~Tilden~

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Die Abstammung der Kunst

Die Abstammung der Kunst

Von

Wilhelm Bölsche

Mit 14 Tafelbildern und 1 farbigem Umschlagbild

+Stuttgart+ Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde Geschäftsstelle: Franckh’sche Verlagshandlung

Alle Rechte, besonders das Übersetzungsrecht, vorbehalten.

Gesetzliche Formel für den Rechtsschutz in den Vereinigten Staaten von Nordamerika:

~Copyright 1926 by Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart~

~Printed in Germany~

STUTTGARTER SETZMASCHINEN-DRUCKEREI HOLZINGER & Co., STUTTGART

In meinen Knabenjahren gab mir ein Buch viel Anregung, das den hübschen Titel führte: „Entdeckungsreisen in Haus und Hof“. Es knüpfte bei den alltäglichen Dingen unserer Umgebung an und spann daraus naturwissenschaftliche Belehrung.

Von dieser Lektüre ist mir eine Liebhaberei geblieben, auch bisweilen vom Nächsten meines Arbeitszimmers, dem Stuhl, auf dem ich saß, dem Tisch, an dem ich schrieb, an Fernes und Vergeistigtes meiner Arbeit selbst zu denken. Dabei ist mir gelegentlich auch ein Einfall gekommen, der, öfter halb im Scherz gesprochen, hier doch etwas ausgeführt werden mag.

Angenommen, die ganze menschliche Kultur würde noch einmal unter dickem Eis begraben wie die berühmten sibirischen Mammutleichen. (Es gibt ja allerhand Kältetheorien, die so etwas vorsehen, obwohl ich selbst nicht übermäßig viel davon halte.)

Und nun käme von irgendeinem Stern eine Sorte überkluger Wesen, nach undenkbaren Zeiten vielleicht, und veranstaltete wissenschaftliche Ausgrabungen.

Wir kennen ja aus eigener Erfahrung, was da später alles noch einmal interessant wird: die bedenklichste Topfscherbe kommt zuletzt noch irgendwo hinter die Glasscheiben eines Museums. Wir gedenken aber auch des Zufalls solcher Grabung. Also eine Weile würden vielleicht ausgespart lauter Gegenstände unserer Zeit herauskommen, die praktischen Nützlichkeitszwecken gedient hatten. Die findigen Gelehrten, selber etwa gerade darauf gestimmt, würden feststellen, daß diese verschollenen Erdwesen durchaus kühle Verstandespraktiker gewesen sein müßten, die keinen Finger für etwas anderes rührten als für solchen unmittelbaren Nutzzweck des Alltagskampfes.

Plötzlich aber sollte das Holzgerüst des alten braven Sessels sich zeigen, auf dem ich seit Jahren bei meiner schriftstellerischen Tätigkeit zu sitzen pflege. Ein sog. Lutherstuhl von immerhin, wie nicht zu leugnen, ganz solider Nutzarbeit im Sinne solchen Besitzens — hat er doch so lange Zeit treu ausgehalten, ohne andere Gebresten als ein leises Knacken. Man würde messen, daß ein Mensch rückseitig bequem hineinpaßte, Lehnen, Beine, alles Wesentliche dem Tragen und Stützen angemessen war — kurz ebenfalls „Zweck“. Jetzt aber doch etwas Überraschendes, Widersprechendes, Rätselhaftes, wie es als Kobold so oft schon die kluge Forschung geäfft hat.

Die Seitenlehnen meines Stuhls laufen in zwei wohlgefällige Schnecken aus, die Rückhalter hinauf zieht zierliches Ornament, und die Knäufe der Hauptlehne sind jederseits zu zwei deutlichen, wenn auch in sich etwas stilisierten Löwenköpfen ausgeschnitzt.

Hier würden aus dem bisher allein verfolgten Gedanken heraus mehrere sehr schwierige wissenschaftliche Abhandlungen nötig werden über eine zunächst unbegreifliche, nämlich aus dem reinen Nutzprinzip völlig widersinnige Absicht oder Eigenschaft der vereisten ehemaligen Erdenwürmer — voll kühner Hypothesen, von denen vielleicht keine gleich den Nagel auf den Kopf getroffen hätte. Die gescheiten Herren von da oben hätten nämlich einfach — die menschliche +Kunst+ entdeckt.

Ein Irgendetwas, das doch noch einmal neben dem zunächst so sonnenklaren Nutzzweck herliefe als (dazu gehalten) purer Luxus, Allotria, die offensichtlich auch Arbeit gefordert und doch (in unserem Falle) den realen Sitznutzen des Stuhls selber in gar keiner Weise erhöht hätten.

Es würde im Verfolg der Ausgrabungen sicherlich eintreten, daß unsere Gelehrten dergleichen Wunder noch mehr und noch viel intensiver entdeckten, ja zuletzt die ganze ehemalige Menschheit in einem Ozean ähnlicher „zweckloser“ Dinge herumplätschernd fänden, die sie schließlich dazu begeistert hätten, einfache brave Stützpfeiler in griechische Säulen zu verwandeln und gar eine Gewölbedecke mit der unerhörten Überflüssigkeit bunter Farbflecke in der Anordnung der sixtinischen Gemälde Michelangelos zu übertünchen.

Nun, wir Menschen, die wir erfreulicherweise noch nicht im Eis liegen — wir haben es ja zu unserer Zeit selber auch hierin besser gewußt.

Wir wußten und wissen, daß es sich hier um eine Betätigung unseres tiefsten Menschenwesens handelt, die allerdings nicht ein Anhängsel unserer Sitz- oder Eß- oder Hautätigkeit und der daranknüpfenden Technik ist — die aber gerade deswegen +kein+ wirklicher Luxus, sondern uns in einer andern Schicht Dasein ebenso „brotnötig“ geworden ist, wie nur irgend etwas dort drüben selbst. Vom nackten Papuaneger bis zum verfeinerten Hochkulturträger diesem Menschen die Kunst fortnehmen, hieße sein halbes Leben vernichten oder eigentlich sogar noch mehr.

Denn überall, wo des Lebens gemeine Not mit ihrer Technik uns nur etwas Freiheit läßt, da bricht diese Kunst alsbald mit einer Wucht und Allgemeinerfüllung hervor, daß man klärlich merkt, sie bilde recht eigentlich eine +wahre Unterschicht alles Menschlichen überhaupt+, die bloß wartet, von einem gewissen Zwang befreit zu werden. Jene ganze Nutztechnik, so gewaltig und glücklich sie sich auch allmählich entwickelt haben mag, erscheint in Wahrheit nur als ein gewisses ihr abgetrotztes Reservat, das sie doch auch noch jeden Augenblick zu sprengen, mindestens zu überwuchern droht.

Man muß ein ethnographisches Museum oder ein Zeughaus besuchen, um sich zu überzeugen, wie selbst bei den bösesten Waffen sozusagen kein überzähliges Fleckchen frei wird, daß sich nicht sogleich die Kunst darauf stürzte, den Dolchgriff, Giftpfeil oder Gewehrkolben mit ihrem Ornament zu schmücken. Der Papua ist uns sogar im reinen Kunstgewerbe darin noch über, während wir auf oberer Kulturhöhe dafür auch unsere obersten Geisteswerte alle mit Kunst durchwachsen haben.

Und wenn man vielleicht einen Moment geneigt sein könnte, den Gedanken doch bei unseren allermodernsten maschinellen Errungenschaften lahm laufen zu lassen, so möge man sich bloß erinnern, wie wir schon wieder für so typisch Modernes wie einen Bahnhof oder eine Flugzeughalle nach einem neuen „Kunststil“ suchen, kaum daß wir die Technik haben. Auch hier ist nur erst ein kleines Aufatmen nötig, um sofort auch die andere Kraft zurückzubringen.

Zu schweigen von den unendlichen Gebieten wie Musik oder Dichtung, wo die Notwehr des unmittelbar Nützlichen überhaupt kaum antippt, und der Tatsache, daß der tiefste Ideengehalt unseres ganzen Kulturbewußtseins sich eben in den +Formen+ der Kunst +verkörpert+ hat; man denke sich nur Goethes „Faust“ herausgenommen aus dem Lebensgesetz dieser Kultur: es wäre, wie wenn der Mexikaner einem Opfer das Herz ausschnitt. Aber man raube selbst jenem Papua seinen Tanz, seine Tamtam-Musik, seine Malereien und Schnitzereien, versuche den künstlerischen Phantasiegehalt unter seinen religiösen Vorstellungen fortzuziehen, und man würde im buchstäblichen Sinne auch bei ihm schon mit dem scheinbaren Beiwerk den wahren Nerv seines Daseins vernichten. Und wenn wir an Fortschritt auch noch unserer oberen Kultur denken, wenn wir Bannung der Lebensnot für möglichst weite Volkskreise, sozialen Heraufgang, mehr Luxusraum gleichsam gegenüber der Notarbeit erstreben — was schwebt uns auch da immer wieder vor, als daß wir den Menschen auch befreien zum vermehrten Anteil an diesem seinem besten, tiefsten, reichsten Weltinhalt — der Kunst.

Durchaus entsprechend dieser grundlegenden Bedeutung sehen wir an diese Kunst von der Menschheit seit Jahrtausenden tatsächlich nicht eine nebensächliche, sondern eine ungeheure Arbeit gewandt, die sinnloseste Energieverschwendung wäre, wenn das Exempel Menschengeist wirklich mit der +gewöhnlichen+ Nützlichkeit aufginge.

Mag diese Kunstarbeit entsprechend dem höheren Selbstzweck eine freiwilligere und darum angenehmere sein als die Kraftanspannung dort. Mag für einen großen Teil Menschen (was übrigens bedingt auf die Technik selbst zutrifft) ihre Aneignung sich fast als mühelose Glücksquelle vollziehen — so kennen wir doch auch hier alle die unendliche Arbeit des Erstschaffens, die hingebende Helden- und Märtyrerrolle des Einzelkünstlers, der sich an seinem Werk verzehrt und verblutet, das fast wie ein neuer Mensch auch ihm unter Schmerzen geboren werden muß.

Und auch daran werden wir denken müssen, daß zwar Kunst als solche mit dem praktischen Nutzzweck des Lebenskampfes +nichts zu tun haben soll+, schlecht und unrein wird, wo sie sich mit ihrem inneren Wesen den Tendenzen und Forderungen solcher Nützlichkeit anzupassen sucht — daß aber hinter der erfinderischen Tätigkeit selbst auch innerhalb der Technik, soweit auch sie mit dem genialen Blitz, der Intuition und Phantasie, rechnen muß, Anteile des Künstlerischen im Menschenhirn sichtbar werden. Auch der ordnende und kombinatorisch schauende Geist der strengen Wissenschaft, die Logik der Philosophie arbeiten zuletzt mit einem wohl erkennbaren künstlerischen Einschlag. Unsere Sprache, dieses kostbarste praktische Verkehrsmittel der Menschheit, wäre nicht möglich geworden ohne den Ur-Anteil des Musikalischen und zugleich der Einstellung auf das Begriffliche, das Typische gegenüber den Einzeldingen, das von je zugleich als ein Grundelement künstlerischer Schau erkannt worden ist.

Es hat bisweilen ja der Auffassung von diesem Ur- und Wesenselement der Gesamtmenschheit in der Kunst geschadet, daß man eben im Alltagsleben das Künstlerische nur für eine außergewöhnliche, an wenigen seltenen Einzelmenschen haftende Gabe zu halten liebte. Der Dichter, der Maler erschienen als ein mehr oder minder abnormer Gelegenheitsfall, dessen Auftreten man unter Umständen sogar auf bestimmte erregtere Epochen der Geschichte einschränken wollte und von dem ein sehr bekannter neuerer Philosoph hat drucken lassen, daß er wohl nächstens ganz aussterben werde. Wie wir doch auch die eigentlich schon uralte Idee kennen, alles Geniale, also auch das Künstlerische, stelle im Grunde nur eine Art persönlicher Krankheit, eine Form des Wahnsinns, dar — woran vermutlich nur so viel richtig ist, als im Sinne eines Barometers der denkbar höchste Stand immer ebenso wie der denkbar tiefste etwas Abnormes zur braven Mitte hat.

Aber diese ganze einseitige Ansicht vom Vereinzelten des Künstlers ist überhaupt getrübt. Hier wie überall ist der ganz große schaffende Genius gewiß etwas Einsames, dessen Auftauchen an uns noch völlig unbekannten Gesetzmäßigkeiten haftet; aber seine Leistung wäre wertlos, wenn nicht in der Gesamtmenschheit ebenso sicher eine Resonanz für dieses Künstlerische bestände, die seine Anregung aufnimmt, weitergibt und in ihrer Weise erst zu einem Gesamterlebnis und Kulturwert macht. Wir wissen nichts von Homer, wenig von Shakespeare und fühlen doch, daß ihre Wirkungen eine Macht sind, die uns alle durch die Zeiten erfüllt und so gut den Erdrund erobert hat wie nur irgendeine beste technische Erfindung. Die scheinbare Trennung und doch entscheidende innere Zusammenarbeit von Genius und Menge ist keineswegs eine Erscheinung bloß der Kunst; sie spiegelt auch hier nur ein Grundgesetz aller menschlichen Geistesbetätigung überhaupt.

Wie stark aber gerade auch das künstlerische Element in +allen+ Menschen wurzelt, dafür gibt es vielleicht keinen sinnfälligeren Beweis als das frühe und tiefe Erwachen dieses Gefühls bereits im Kinde. Es taucht ganz allgemein auf, ehe noch die eigentliche Nützlichkeitsbewältigung des Lebens im Sinne von Lernen beginnt. Jean Paul hat gelegentlich sehr hübsch von dieser ursprünglichen Kinderphantasie gesagt, daß im Wesen jedes Kind ein Dichter sei und die späteren wirklichen Künstler sich nur dadurch von ihren Mitmenschen abhöben, daß sie eben in stärkerem Maße Kinder geblieben seien.

Der Mensch ist ein sehr vielseitiges Wesen, und auch die Technik des Notkampfs holt aus ihm gewaltige Kräfte heraus, die sich gerade mit unserer neuesten Kultur ins Unermessene gesteigert haben, so riesig, daß wir geneigt sein möchten, alles andere darüber zu vergessen. Aber diese Kräfte der Nutztechnik scheinen doch wirklich immer nur nachträglich ein gewisses engeres Gebiet herauszugreifen aus dem ungeheuren Grundreichtum des im Ganzen des Menschengeistes Gegebenen. Und in diesem Ganzen lebt und webt als eine ursprünglich von diesem Zwang freie Urmacht auch die Kunst.

Daß auch sie ausübend in weitem Maße in die +Mittel+ dieser Technik, nachdem solche einmal gegeben waren, eingetreten ist, also die Stufe des +Werkzeugs+ und der damit gebotenen äußeren Projektion mitgemacht hat, kann dabei nur den überraschen, der im Menschheitsgeist an +vollkommene+ innere Schranken glaubt. In Wahrheit ist dieser Geist bis zu gewissem Grade auch in seinen äußeren geschichtlichen Erfahrungen und Erprobungen immer eine Einheit geblieben und nie zu einer nachträglichen Mosaikarbeit geworden. Nichts Menschliches ist dem Andersmenschlichen in uns selbst jemals +ganz+ fremd geworden.

Ein altes gutes Wort sagt: bilde, Künstler, rede nicht. Du sollst Kunst ausüben, du sollst dich an ihr freuen, aber du sollst nicht über sie sprechen. Das Wort ist alt und wahr, und doch bewährt sich auch vor ihm eben diese Einheit des menschlichen Geistes.

Wenn schon einmal das Philosophieren (und das ist ja das richtige Fachwort für Darüberreden) in unserem Bewußtsein eine Rolle spielen soll, so müssen wir es gelegentlich auch auf die Kunst anwenden. Und es wird uns erleichtert, wenn wir deutlich gewahren, daß auch diese Kunst, so intuitiv sie zuletzt sein mag, ihre innere Logik und ihr selbstgestelltes Gesetz hat.

Es gibt gewisse Züge an ihr, die immer wiederkehren und die man sehen kann, auch ohne gleich in die schwierigsten Paragraphen ästhetischer Wissenschaft sich hineinzulesen.

Alle Kunst als inneres Erlebnis im Künstler hat zunächst eine sehr deutliche Beziehung zu etwas, das wir durchaus nicht erst auf den Höhen solcher Ästhetik zu suchen haben, sondern das uns allen allnächtlich geläufig ist: nämlich dem +Traum+.

Das wache Dasein macht uns unausgesetzt zum Zuschauer von außer uns (wie man wenigstens hergebracht sagt) verlaufenden Handlungen. Unser Gehirn aber bewahrt davon Erinnerungen, die wach doch immer etwas von fernen, halb verblaßten Schemen annehmen. Diese Erinnerungen schafft der Traum mit seiner schon in ihm wirksamen Phantasiekraft wieder zu einer neuen, vollbelebten Wirklichkeit um, wenn auch zunächst nur innerlich.

Die gleiche Phantasie aber erzeigt sich in ihm nicht nur wiederbelebend, sondern auch bereits darüber hinaus selbsttätig +neu schaffend, neu gestaltend+. Sie verknüpft die wieder lebenskräftigen Bilder zu neuen Handlungen, neuen Gestalten weit über alles wirklich Erinnerte hinaus, indem sie uns selbst zugleich lebhaft und scheinbar wie in die äußere Wirklichkeit hineingerissen mitspielen läßt.

Allnächtlich übt +diese+ Kraft jeder von uns aus, ob er nun ausübender Künstler sei oder nicht. Es ist ein ungeheuerlicher Gedanke, was für eine Belebungs-, was für eine Gestaltungs- und Erfindungsfülle beständig so schon von der Menschheit erzeugt wird, wenn sie auch zunächst mit dem Erwachen immer wieder verpufft.

Von diesem echten Traum unterscheidet sich +das künstlerische Erlebnis+ nun zunächst nur wie eine Art wachen Traumes.

Auch in ihm belebt die Phantasie innere Motive bis an die Grenze wieder

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